Wenn, dann trifft es uns beide

„Wenn wir uns wiedersehen, dann erzählen wir uns die Dinge, von denen wir jetzt noch gar nicht wissen, dass sie passieren werden.“

Zwölf Geschichten über ein Gefühl, das Liebe sein könnte, wäre es nicht dermaßen vergeblich oder schon wieder egal oder so wahnsinnig anstrengend. Zwölf Geschichten über Gefühle, die abhandengekommen sind oder noch nie da waren oder im Regal einfach zu weit oben stehen. Zwölf Geschichten über Menschen, die vielleicht zwei Bildschirme haben, aber immer noch nur ein Gehirn. Und ein Herz.

Es sind Geschichten von heute an Orten von heute: schräg und schnell, böse und berührend. Aus dem Altenheim oder bei Google, beim Tierarzt oder im Erlebnispark des Diktators, von der Insel oder vom Tresen, unter dem irischen Heizpilz oder im slowenischen Biergarten, während der Theaterproben oder nach dem dritten Negroni, hinter dem Küchenfenster oder im Zug mit sieben Kindern. Es sind Geschichten aus einer Welt, in der selbst Katzen Stimmungsaufheller kriegen. Wo Waschbären Internetstars sind. Oder Papageien Nazis. Oder Hunde John Belushi heißen.

Anders als im angloamerikanischen Raum haben es Kurzgeschichten in unseren Breiten ja immer noch schwer eine große Leserschaft zu finden, was schade ist, denn gerade Stahls Storys bestechen durch ihre Knappheit, Intensität und Geschwindigkeit. — Ö1 Kulturjournal im ORF

Alexandra Stahl braucht nur wenige Charaktere, um den Verlust von Gefühlen spürbar und das Gefühl von Belanglosigkeit in einem Menschen fühlbar werden zu lassen. Wenn »Wenn, dann trifft es uns beide« überhaupt einen Schwachpunkt hat: dann den, dass dieses Buch mit 304 Seiten viel zu kurz ist. — Stefan Reis, Main-Echo

Die ebenso ruhige wie emotionale Sprache vermag dabei wunderbar die melancholische Stimmung zu transportieren, die sich in der Spannung zwischen Euphorie und Traurigkeit einstellt. — Der Literaturblog Poesierausch über die Erzählung "John Belushi"